OBB - Oberaargauer Brass Band
- Frühlingskonzert Odd Fellows
| (24.05.2011): | Frühlingskonzert Odd Fellows |
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| Man ist es sich seit langem gewohnt: Das technische Niveau der OBB ist unverändert sehr hoch, neue Musikantinnen und Musikanten sind in dieser Hinsicht sofort integriert. | ||
Und so startete im Frühlingskonzert in der Kirche Geissberg Langenthal ein weiteres Feuerwerk an Witz, guter Laune und höchster Perfektion. Schon startet Dirigent Armin Renngli zum fulminanten wie unkonventionellen Marsch aus der Jazz-Suite Nr. 1 von Dimitri Schostakowitsch, der längst schon bekannt ist als Autor guter Film- und Ballettmusik, farbig im Klang und unbestechlich schönen Melodien. Mit solcher „äusserlicher“ Musik wollte Schostakowitsch unter Diktator Stalin nicht in Ungnade fallen. Zum Konzert eingeladen hatte der Odd Fellows Club Langenthal mit dem Vizepräsidenten Daniel Eggimann. Mit vier Stücken aus der Ballettsuite „Der Nussknacker“ von Peter Tschaikowsky ging die OBB ein Wagnis ein. Wie bringt man die differenzierte Instrumentierung des Originals auf die Reihe von Cornets und Tenorhörnern? Die Antwort fiel am überzeugendsten aus nicht im ersten Stück, dem Marsch“, der ohnehin vom Blech mitgeprägt ist, sondern im zweiten Stück, dem „Tanz der Zuckerfee“. Im Original spielt eine Celesta (Klavier mit Metallplättchen statt Saiten), die OBB gestaltete den Part mit Glockenspiel und subtil gedämpften Cornets auf überzeugende Art und Weise. Die raffinierte Gestaltung setzte sich auch im „Orientalischen Tanz“ und im rassigen „Trepak“ fort. In Solostücken brillierten OBB-Bläser, so Jörg Furrer, Posaune, in „Polka Dots and Moonbeams“ in wunderbar hoher Tonlage, Boris Jäggi und Marcel Christen in einer Paraphrase über einen Heilsarmeechoral, in dem sie die „Königsdisziplin“ der „Brasser“, virtuos schnelle Läufe ohne geringste Anzeichen von Anstrengung spielen, souverän verteidigten. Musikalischen Tiefgang braucht man in solchen Stücken nicht zu erwarten. Das sah in der Ouvertüre zu „Die Sizilianische Vesper“ von Verdi in der unheimlich spannenden Einleitung wieder ganz anders aus. Eine ähnliche Stimmung verbreitete der dumpf beginnende Marsch aus „I Pini di Roma“ von Ottorino Respighi, bevor er immer rauschender und mächtiger wurde. Von Klangeffekten waren zwei weitere Stücke geprägt, die "Romanze" aus der Suite "Sirocco" von Peter Graham. Spanische Mandolinen verwandelten sich nämlich in einen Flügelhornisten, der einer Basstuba in deren Schlund blies. Der Basstubist betätigte nur die Ventile, und so entstand der täuschend ähnliche „Mandolinenklang“. Mit dem „Perpetuum mobile“ von Johann Strauss beendete die OBB unter Armin Renggli ihren Zauber von Klangeffekten und virtuosem Zusammenspiel. |
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